Betreuung der Laubfrosch-Ausgleichgewässer am Biozentrum der LMU

June 18th, 2014

 

Letztes Jahr im Sommer entdeckten wir, dass die 3 Laubfrosch-Tümpel nahe des Biozentrums in Martinsried trocken gefallen waren. Diese wurden vor einiger Zeit als Ausgleich zu einem ehemaligen, nun leider eingestampften Laich-Gebiet des Europäischen Laubfrosches (Hyla arborea) errichtet, das dem neuen biomedizinischen Zentrum in Martinsried weichen musste.
Die Ausgleichsteiche wurden auch von den Tieren angenommen und so schlüpften letztes Frühjahr viele Kaulquappen, die dann allerdings alle der Sommer-Hitze zum Opfer fielen. Überrascht von dem schnellen Austrocknen der Teiche konnten wir nichts mehr unternehmen und es wurden nur noch die vertrockneten Larven vorgefunden. Jedoch nahmen wir uns für das kommende Jahr 2014 vor, etwas gegen die Austrocknung und für die Laubfrösche zu unternehmen. Zudem wurde uns bald klar, dass die Teiche zu schnell austrockneten und somit ihren Zweck als Laichgewässer für die Laubfroschpopulation nicht erfüllten.
Wir erstellten somit Anfang 2014 gemeinsam in einem unserer Treffen einen Aktionsplan, um die Situation für die Frösche in diesem Jahr besser zu gestalten. Dieser Plan verfolgte vor allem drei Ideen:
– Die Dokumentation des zu schnellen Austrocknens und damit der unzureichenden Anlage der Teiche; daraufhin die Weiterleitung dieser Daten an den LARS (Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern), die Gemeinde Planegg und das Bauamt.
– Das Auffüllen der Teiche und das Halten eines gewissen Wasser-Niveaus zum guten, naturgerechten Überleben der Population für das Jahr 2014.
– Kontakt mit den Behörden und Klärung der Situation für das Jahr 2015, damit die baulichen Defizite nicht von Ehrenamtlichen ausgeglichen werden müssen, sondern von den Verantwortlichen.

Es bildete sich die „AG Laubfrosch“, die fortan von Maximilian Mühlbauer und Alexander Hausmann geleitet wurde und die sich daran machte, die herausgearbeiteten Punkte so gut wie möglich zu verfolgen.
An allen drei Punkten wurde bisher gut gearbeitet. So wurde im April eine Genehmigung von der Abteilung Ökologie des Biozentrums besorgt, die uns erlaubte, den Ökologie-Außenbereich des Biozentrums mit all seinen Schläuchen und Wasseranschlüssen zur Biotoppflege zu nutzen. Maxi und Alexander bauten ein kompliziertes Konstrukt aus diversen Schläuchen und Schlauchverlängerungen von der Grundwasserquelle der Ökologie zu den Teichen und befüllten damit die 3 Teiche, die zum damaligen Zeitpunkt (11. April) komplett trocken lagen. Zudem wurde die eingeleitete Wassermenge ermittelt. Sie betrug für jeden Teich circa 1000 Liter, die auf ungefähr 12 m2 verteilt sind. Die tiefsten Stellen der Teiche liegen bei 13-16cm.
Bevor die Befüllung jedoch durchgeführt wurde, wurden wöchentlich von den Teichen Fotos geschossen, welche dokumentierten, wie schnell sie Wasser verloren. Das Ergebnis war teils sehr erschreckend, so verloren die Teiche oft große Teile ihres Fassungsvermögens im Verlauf von nur einer Woche. Diese ersten Bestandsaufnahmen wurden an den LARS weitergeleitet, zudem wurde Kontakt mit der Gemeinde Planegg geknüpft.
Seit dem ersten Befüllen ist nun mehr als ein Monat vergangen und es hat sich einiges getan. In allen 3 Teichen wurde am 25. April Laich entdeckt (Laichballen wurden gezählt) und die Kaulquappen sind Anfang Mai geschlüpft, wobei Teich 3 nun mit Abstand die meisten Larven führt und Teich 2 die wenigsten. Dies ist auf jeden Fall ein großer Erfolg. Nun gilt es, den Wasserstand zu halten. Bis jetzt musste erst einmal am 23. Mai nachgefüllt werden (ca. 500 Liter in jeden Teich), da vor allem die erste Hälfte des Mai mit viel Regen gesegnet war. Ohne dieses Nachfüllen jedoch wären die Teiche über das Wochenende trocken gefallen. Im Juni und Juli rechnen wir mit viel Auffüll-Arbeit.
Zudem werden wir weiterhin dokumentieren, unsere Daten an die Ämter weiterleiten und auch in Zukunft in Kontakt mit den Behörden bleiben. Es bleibt noch viel zu tun!
Doch für den vierbeinigen Freund mit den überdimensionalen Haftscheiben und der seltenen Baumkletter-Kunst rentiert es sich allemal! Die Rote Liste unterstreicht, wie selten und schützenswert diese grasgrünen Hüpfer sind.

 

Erste Voruntersuchung

 

Update (10.06.2014): „Die Hitze schlägt zu! Heute mussten wir die Teiche wieder kräftig auffüllen (siehe Abb. 1 und 2).”

 

 

Abb. 1 (links): Teich 3 am 10.06.2014 vor dem Befüllen.

Abb. 2 (rechts): Teich 3 nach dem Befüllen.

 

 Update (16.06.2014): „Heute musste schnell gehandelt werden, denn die Teiche, allen voran Teich 2, führten im Vergleich zur letzten Befüllung (siehe Abb. 2) kaum noch Wasser (vergleiche Abb. 3, 4 und 5). Durch die Auffüllaktion konnten aber alle Kaulquappen gerettet werden.”

 

Zusätzlich noch eine erfreuliche Nachricht: Die ersten Larven mit sich entwickelnden Hinterbeinen wurden in Teich 1 gesichtet! Wir hoffen weiter auf Regen und auf einen Abschluss der Entwicklung.“

 

Update (27.06.2014): “Die ersten Kaulquappen in Teich 1 haben ihre Metamorphose erfolgreich abgeschlossen und sind bereit als Hüpferlinge (siehe Abb.3 und Abb. 4) ihr terrestrisches Abenteuer zu beginnen. Unser Einsatz scheint sich gelohnt zu haben!”

 

Abb. 3 (links): Erste Hüpferlinge gesichtet!

Abb.4 (rechts): Und begutachtet (Oder wer begutachtet wen?)

 

 

 

 

Update (20.01.2015): Herr G., der die Teiche geplant hat (dessen Ideen aber nicht alle umgesetzt wurden), sieht die Probleme in dem zu langen Betonstreifen um die Teiche und dem Flies, das sich unter dem Beton befindet. Dadurch wird Wasser die Wände hochgesaugt (Kapillarkräfte) und es entsteht eine große Verdunstungsfläche. D.h. die Teiche sind nicht ordnungsgemäß funktionsfähig und müssten ausgebessert werden. Maxi und Alexander wollen sich mit Herrn G. treffen, ihm die Fakten vorlegen und überlegen, wie dies den Behörden klar gemacht werden könnte und wie wir (und natürlich die Frösche) am Besten zu unserem Recht kommen.